Kaum eine Handelssparte kann derzeit mit solchen Wachstumszahlen glänzen wie der Online-Handel: Der Verkauf von Waren über das Internet nahm nach Angaben des deutschen Versandhandels im vergangenen Jahr um 36 Prozent
zu - allein bei eBay wurden im Jahr 2004 Artikel im Wert von 34,2 Milliarden gehandelt. Aber nicht nur die Zahl der
Kaufwilligen und ihrer Geschäfte steigt. Längst haben auch Kriminelle den Handel im Internet, den so genannten
E-Commerce, für ihre Machenschaften entdeckt. So registrierte die Polizei im Jahr 2004 in der Polizeistatistik 270.000 Anzeigen wegen Waren- und Warenkreditbetrugs. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von rund 45.000 Fällen. Die Polizei führt den Anstieg beim Warenbetrug zu einem erheblichen Teil auf betrügerische Geschäfte im Internet zurück, die rund 42 Prozent aller Fälle ausmachen. Im Hinblick darauf ist es in zunehmendem Maße Besorgnis erregend, wie unbedarft sich viele deutsche Verbraucher im Netz tummeln. Gemeinsam mit eBay und dem Versandhandel informiert die Polizei über die Tricks der Internet-Betrüger und zeigt, wie sich der Einzelne davor schützen kann.
Internet-Kriminelle geben sich als solvente Käufer aus und schicken dann nicht gedeckte Schecks, oder sie locken ihre Opfer mit einem angeblichen Traumangebot und liefern nach Bezahlung keine oder nur minderwertige Ware. Unter der scheinbaren Anonymität des Internets - gerade bei den überaus beliebten Online-Auktionen - machen sich die Betrüger die Arglosigkeit der Surfer zunutze. Die breite Palette der Verkaufsangebote reicht von A wie Armbanduhren
über E wie Elektroartikel bis Z wie Zahnseide. Während sich der Kunde auf herkömmlichen Flohmärkten und Auktionen vor Ort ein Bild über den Artikel machen und ihn zur Begutachtung in seinen Händen halten kann, ist dies in der virtuellen Welt des Internets nicht möglich. Dort erscheinen Abbildungen und Beschreibungen, die
gelegentlich attraktiv und vom Preisangebot scheinbar lukrativ wirken. Immer wieder lassen sich Bieter davon "blenden" und überweisen arglos den entsprechenden Geldbetrag, nachdem sie den Zuschlag für den Artikel erhalten haben. Traurige Realität ist aber oft: Das Geld ist weg, und der erworbene Artikel kommt nicht an. In anderen Fällen kommt die Warensendung zwar an, die Enttäuschung ist aber groß, da der erworbene Artikel unter Umständen defekt oder sogar eine Fälschung ist.
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